Fachtagung

Scham & Anstand

21. Mai 2016, Palais Liechtenstein, Wien

Max Scheler meinte „Die einzigartige Stellung und Lage des Menschen im großen Stufenaufbau der Weltwesen, seine Lage zwischen dem Göttlichen und dem Tierischen, kommt in keinem Gefühl so klar, so scharf und so unmittelbar zum Ausdruck wie im Gefühl der Scham.“ Scham kann durch Verfehlungen oder empfundene Unzulänglichkeit von sich selbst oder anderer ausgelöst werden, die einem gemeinschaftlich verbunden sind. Hierfür ist mitunter der Neologismus fremdschämen gebräuchlich, der 2009 in den Duden aufgenommen und 2010 in Österreich zum Wort des Jahres gekürt wurde. Als „anständig“ gilt eine Person, die sich zu benehmen weiß, die sich durch ihr individuelles Verhalten in der Gesellschaft zu Recht findet. Anstand ist aber mehr als das. Es ist die Grundbedingung des Zusammenlebens. Darin wird er ergänzt durch die Scham. Sie schützt die Grenzen der menschlichen Intimität – und die Grenzen der anderen. Die Scham ist ein ausschließlich dem Menschen eigenes Gefühl der Verlegenheit oder der Bloßstellung, das durch Verletzung der eigenen aber auch der fremden Intimsphäre auftritt. Dadurch ist es eine wichtige Ressource, ein wertvolles Zeichen der Innerlichkeit.

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