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Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. theol. hc.
HANNA BARBARA GERL-FALKOVITZ

Biographie:
Philosophin, Sprach- und Politikwissenschaftlerin. Nach ihrer Tätigkeit als Studienleiterin auf Burg Rothenfels/Main, akademischer Oberrätin am Seminar für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie der Universität München, sowie als Privatdozentin in Bayreuth, Tübingen und Eichstätt, folgte eine Professur für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten/Bodensee. Von 1993 bis 2011 war sie Lehrstuhlinhaberin für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Seit 2011 Leiterin von EUPHRat (Europäisches Institut für Philosophie und Religion) in Heiligenkreuz bei Wien.

Wissenschaftliche Schwerpunkte:
Religionsphilosophie des 19. und 20.Jahrhunderts (Hegel, Kierkegaard, Nietzsche, Newman, Guardini, Edith Stein, Simone Weil), Religionsphilosophische Anthropologie der Geschlechter, Theologische Grundlegung der Neuzeit (Nicolaus Cusanus, Böhme, Bruno, Hegel, Schelling, Baader), Ethik der Weltreligionen.

Links:

  • Homepage an der TU Dresden(link)
  • Bücherliste (link)


Vorträge:


RPP2016
Gott & Humor
Göttlicher Humor. Eine Spurensuche

Dass die antiken Götter heiter sind – freilich auch schadenfroh, mutwillig, zu folgenreichen Scherzen aufgelegt -, ist bekannt. Aber kann man im biblischen Strahlungsfeld „Humor“ freilegen? Humor Gott selbst zuzuschreiben, übersteigt unsere Einsicht. Aber ein Abglanz findet sich bei seinen Gläubigen: das nicht-aggressive Lachen über die Welt, die anderen, sich selbst.“ [mehr]


RPP2016
Scham & Anstand
Worüber schämt sich die Scham?

„Schäm dich!“ ist ein (überwiegend mütterlicher) Befehl, der (fast) nie befolgt wird. Denn er ähnelt dem anderen Befehl: „Sei doch endlich mal spontan!“ Das kann sicher so nicht befolgt werden. Aber doch ist nicht ausgeschlossen, im Gegenteil, dass Scham zu einer Antwort erzogen werden muss und dass es auch hier ein Lernen gibt. Denn Scham ist ein anthropologisches Datum ... [mehr]


RPP2015
Bindung & Familie
Herkunft bleibt Zukunft.
Nachdenken über das ältere Du

Die Moderne versteht menschliches Dasein meist isoliert als Ich-Identität. Die tiefere kulturelle Fassung weiß jedoch von einer vorgängigen Wir-Identität: vom tragenden Netz der Herkunft und vom Mitgenommenwerden in eine gemeinsame Zukunft. Welcher Kraft beraubt man sich, wenn man die Herkunft abschneidet? Leben zehrt grundsätzlich von anderer Lebendigkeit. Am Grund unseres Daseins ist ein älteres Du freizulegen, das uns ebenso bestimmend wie selbstvergessen begleitet - schicksalhaft, aber auch beglückend ... [mehr]


RPP2014
Perfektionismus & Vollkommenheit
Warum ist Perfektionismus langweilig und Vollkommenheit nicht?

Perfekt ist in der Grammatik das Abgeschlossene und damit Vergangene. Das ist ein Hinweis auf die allem Tun innewohnende Gefahr, etwas zu „erledigen“ und „fertig zu machen“ (beides mit Doppelbedeutung!). Dann liegt die Betonung auf dem endlich Beendeten. Langweilig meint: Man trifft darin nur noch auf das, was man selbst gemacht hat. Aber das Vollkommene kommt auf uns zu. Es enthält mehr als das Beabsichtigte. Und diese Überraschung ist gerade nicht langweilig ... [mehr]


RPP2014
Kontemplation & Multitasking
Schauen und Tun - ein anthropologisches Spannungsfeld

Die Unterscheidung von Kontemplation und Aktion kennzeichnet unterschiedliche Kulturen. Es ist deutlich, wo in einer arbeitsbestimmten Kultur das Herz schlägt: bei der Aktion. Und doch: Manager gehen zur „Auszeit“ ins Kloster, Universitäten geben ein Sabbatjahr frei, Meditationskurse sind so voll wie die Schlaflabore für die Überaktiven. Ein neues Wort heißt „Runterchillen“, nachdem man sich über das Wochenende verausgabt hat ...[mehr]


RPP2014
Neurose & Askese
Wenn Askese zur Mystik wird

Askese bedeutet im Griechischen Training (des Wettkämpfers) - sie drückt also den Willen zum Sieg aus, keineswegs einfach Verzicht. Dabei muß der Trainierende vieles Hinderliche weglassen, gerade wenn er gewinnen will. Hier tut sich eine unvermutete Analogie auf: Auch im geistigen Leben muß Vieles zurücktreten "um der einen kostbaren Perle willen". Mystische Erfahrung ruht offenbar auf ähnlichen Voraussetzungen wie Askese auf - diese Voraussetzungen sind Gegenstand des Nachdenkens ... [mehr]


RPP2013
Gottesfurcht & Heidenangst
Zu den Quellen der Angst. Ein Versuch über das Abgründige.

Die nüchterne Feststellung vom "Mängelwesen Mensch“ (Arnold Gehlen) umschreibt die Quelle von Angst: die Endlichkeit. Zusammen mit ihren Begleitern Krankheit, Abhängigkeit, Alter durchsäuert Endlichkeit ein verletzliches Dasein. Diese Grundbedrohung ist erstmals von Kierkegaard analysiert worden: „So bin auch ich gebunden von einer Fessel, die aus dunklen Einbildungen gemacht ist, aus ängstigenden Träumen, aus unruhigen Gedanken, aus bangen Ahnungen, aus ungeklärten Ängsten ... [mehr]


RPP2013
Glück & Seligkeit
Sieben Wege zum Unglücklichsein: Die Todsünden

In der mittelalterlichen Handwerkersprache war ein Deckel, der genau in die Topföffnung passte, ein "gelükke", eben ein Glück. Entsprechend ist Un-Glück ein Deckel, der nicht passt. Nun gibt es Verhaltensweisen, die tatsächlich das Leben verfehlen und verbauen; die Weisheit der Tradition nannte sie Todsünden, weil sie letztlich lebensunfähig machen und im Absturz enden: die Völlerei, die Sexsucht, der zehrende Neid, Rachsucht, Habgier ... [mehr]


RPP2012
Selbstverwirklichung & Gehorsam
"Man kann kein Seil spannen, wenn man es nur an einem Ende befestigt."
Selbstverwirklichung in Gegenspannung zum Gehorsam

Heiner Müller, der rebellische agnostische Regisseur aus der DDR, beklagte 1994 das Verlöschen der Metaphysik. Die bloße Sehnsucht danach genüge nicht, wenn es keine metaphysischen Reserven mehr gebe, denn: „Man kann kein Seil spannen, wenn man es nur an einem Ende befestigt.“ Dieser Satz ist augenöffnend: Leben entfaltet sich immer in Spannung, im Hin und Her der sich beständig verschiebenden Herausforderungen durch Andere. Selbstdurchsetzung ist nicht Selbstverwirklichung ... [mehr]


RPP2011
Charakter & Charisma
Haltung und Gehaltensein, oder:
Vom Wechselspiel zwischen Charakter und Charisma

Haltung ist leiblich und geistig zu verstehen: Sie gründet auf einer Bewegung gegen die Schwerkraft, gegen das bequem-lässige Ausweichen. Insofern ist sie eine mögliche Übersetzung von Tugend, eben dem Tüchtigen und Tauglichen, dem gut und richtig Zupackenden. Aber einem tieferen Zusehen erschließt sich, daß Haltung und Standfassen auch etwas stark Willentliches an sich tragen, die betonte Selbsterziehung gegen Schwächen und Versuchungen des Abgleitens ... [mehr]



Zölibat & Beziehung
All-ein? Zölibat & Beziehung

Es macht die Not unserer Existenz aus, daß sie alle Lebensvollzüge degradieren kann. Es gibt die Zweckgemeinschaft Ehe, den Selbstgenuß im Sex, das frustrierte, leergewordene Zölibat, die erzwungene, lähmende Einsamkeit. Zölibat ist unlebbar außerhalb von Beziehung. Aber welchen Charakter trägt sie? Solange Zölibat als Machtmittel der Disziplinierung verstanden wird, solange es funktional für den familienunabhängigen Einsatz gesehen wird, hat es den archimedischen Punkt nicht erreicht ... [mehr]



Das Unbehagen mit der Religion
Woher die Angst vor Gott?

Die unergründliche Welt der Religion enthält auf ihrem Boden auch Angst und die Bannung der Angst. Wer heute mit dem spätmodern-aufgeklärten Bewusstsein, das sich übrigens weithin den Aufhellungen des Christentums verdankt, an Religion und Angst herantritt, so meist mit einem moralischen Zeigefinger: Religion soll und darf nicht Angst erzeugen; wo sie es tut, gehört sie erzogen, verbessert, gereinigt ... [mehr]



Psychiatrie & Beichte
Nur im Absoluten gibt es Absolution.
Zur Unterscheidung von Psychotherapie und Seelsorge

Die Moderne hat vielfache Entschuldungen aufgrund rational begründeter Unfreiwilligkeiten und Unfreiheiten der Täter entwickelt: Soziale, psychologische, pathologische, gesellschaftspolitische Bedingtheiten engen den Entscheidungs- und damit den Schuldraum des Handelnden ein oder verstellen ihn sogar gänzlich ... [mehr]



Verletzung-Verbitterung-Vergebung
Verletzung - Verbitterung - Vergebung

Verletzung gehört zu den menschlichen Grunderfahrungen; schon in den Mythen ist der Held am ganzen Leib durch Drachenblut gestählt und nur an einer kleinen Stelle, wo „das Lindenblatt saß“, zwischen den Schulterblättern, verwundbar. Diese eine kleine Stelle läßt sich offenbar durch nichts abdichten – und durch sie kommt letztlich der Tod ... [mehr]



Liturgie & Psyche
Das leibhafte Spiel. Zur Anthropologie der Liturgie

Leibhaftes Spiel ... Selten wurde Liturgie im Blick auf spielerische Entfaltung der Leiblichkeit betrachtet. In Romano Guardinis Klassiker von 1918 "Vom Geist der Liturgie" geschieht aber genau dies; sein berühmtes Kapitel "Liturgie als Spiel" dient daher als Ausgangspunkt einer gemeinsamen Denkbewegung: Kann Liturgie, auf ihren Grund hin betrachtet, "aufrichtend", lösend, heilend wirken ... [mehr]



Schuld & Gefühl
Gibt es die Verzeihung des Unverzeihlichen?

Am Ende des 20. Jhdts. mehren sich die Rückblicke auf ein verbrecherisches und im Namen des menschlichen Menschen mörderisches Jahrhundert. Schuld ist damit zu einem ungeheuren, schwer lastenden Erbe heutiger Generationen aufgelaufen, das gänzlich neue Stellungnahmen erzwingt – gegenüber einem naiv aufklärerischen Optimismus, der sein eigenes Trugbild war und auch von daher gerade nicht unschuldig an der Katastrophe ist ... [mehr]



Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie
Sind die Religionen am Ende?

Dieser skeptischen Frage steht eine ermutigende andere Beobachtung gegenüber: allerdings nicht einfach die allenthalben sprießende Religiosität, die sich im Gegenzug zu Ängsten aller Art ausbildet und auch schon treffend „Religiosität ohne Gott“ genannt wurde. Ihre Merkmale sind eher eine verwilderte „Spiritualität“, die ohne verantwortliche Führung ins Esoterische und sogar Scharlataneske ausufert. ... [mehr]


Ausgewählte Publikationen:
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (Hrsg.). (2013). Jean-Luc Marion. Studien zum Werk. Dresden: Text & Dialog.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (2009). Frau - Männin - Menschin. Zwischen Feminismus und Gender. Kevelaer: Butzon & Bercker .
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (2008). Verzeihung des Unverzeihlichen? Graz: Styria.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (2005). Romano Guardini. Konturen des Lebens und Spuren des Denkens. Mainz: Grünewald.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (2000-2010). Edith Stein – Gesamtausgabe. (ESGA). Freiburg: Herder.
  • Stein, E. & Gerl-Falkovitz, H.-B. (2005). Übersetzungen v. Alexandre Koyre, Descartes und die Scholastik: Bd. 25. Freiburg: Herder.
  • Görres, I. F. & Gerl-Falkovitz, H.-B. (Hrsg.). (2004). Der Geopferte – Ein anderer Blick auf John Henry Newman. Vallendar-Schönstatt: Patris.
  • Dach, M. & Gerl-Falkovitz, H.-B. (Hrsg.). (2004). Widerstand und Erlösung. Vallendar-Schönstatt: Patris.
  • Beckmann, B. & Gerl-Falkovitz, H.-B. (Hrsg.). (2003). Edith Stein. Themen – Bezüge – Dokumente. Würzburg: Königshausen & Neumann.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. & Wuermeling, H.-B. (2002). Bei Licht besehen. Einsichten in Christentum und Kultur. Donauwörth: Wewel.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (2001). Eros, Glück, Tod und andere Versuche im Christlichen Denken. Gräfelfing: Resch.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (Hrsg.). (2001). Zeitenwende – Wendezeiten. Dresden: Thelem Universitätsverlag.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. & Wuermeling, H.-B. (1996). Augenblicke. Annäherungen an das Christentum. München: Wewel.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (1995). Romano Guardini 1885 – 1968. Leben und Werk. Mainz: Grünewald.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (1994). Die zweite Schöpfung der Welt. Sprache, Erkenntnis, Anthropologie in der Renaissance. Mainz: Grünewald.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. & Neyer, M. A. (1994). Edith Stein. Gestalt, Begegnung, Gebet. Freiburg: Herder.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (1994). Freundinnen. Christliche Frauen aus zwei Jahrtausenden. München: Pfeiffer-Wewel.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (1992). Nach dem Jahrhundert der Wölfe. Werte im Aufbruch. Zürich: Benzinger.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (1992). Wider das Geistlose im Zeitgeist – 20 Essays zu Religion und Kultur. München: Pfeiffer.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (1991). Unerbittliches Licht. Edith Stein – Philosophie, Mystik, Leben. Mainz: Grünewald.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (1989). Einführung in die Philosophie der Renaissance. Darmstadt: WBG.
  • Gerl-Falkovitz, H.-B. (1988). Die bekannte Unbekannte. Frauen-Bilder aus der Kultur- und Geistesgeschichte. Mainz: Grünewald.